Am Mittwoch vor Fronleichnam, ging es gleich mittags, mit dem Auto nach Wien. Unser Flieger sollte um 17:15 starten - tat dies jedoch leider erst mit ca. 30 Minuten Verspätung. Auch am Flughafen in Barcelona konnten wir erst nach einer "Ehrenrunde" landen, da es an diesem Tag ziemlich windig war.
Beim Aussteigen aus dem Flieger fiel uns gleich einmal der raue Wind, und die - für Spanien unüblichen - kühlen Temperaturen auf (Ende Mai -> 15 Grad). Naja aber zumindest waren, im Gegensatz zu Österreich, in Barcelona keine Regenfälle fürs gesamte verlängerte Wochenende vorhergesagt!
Mit dem Bus ging es auf direktem Weg ins Stadtzentrum, und vom Placa Catalunya waren es nur wenige Gehminuten bis zu unserem Hotel - dem OHLA Barcelona (sehr empfehlenswert!).
Am nächsten Morgen holten wir uns als allererstes die "Barcelona-Card" (mit der man vermeintlich freien Zutritt zu sämtlichen Museen und öffentlichen Verkehrsmitteln hat - dem war aber NICHT so! Bei allem, was einigermaßen interessant war, bekam man lediglich eine Ermäßigung von €1,- , WENN überhaupt!).
Danach klapperten wir ein paar Geschäfte rund um den Placa Catalunya ab, und bummelten gemütlich zur Rambla, tranken auf dem Placa Reial einen Tee, schlenderten über den Markt "de la Boqueria", und hinunter zum Hafen. Dort besuchten wir das Aquarium (für das was geboten wird, ist der Eintritt sehr teuer - die Barcelona-Card war auch hier, im wahrsten Sinne des Wortes, für die Fisch!).
Am Hafen suchten wir uns ein sonniges Lokal, und aßen köstlichst zu Mittag.
Am Nachmittag besichtigten wir einen der unzähligen Gaudi Paläste, den: Palau Güell (auch hier wurde die Barcelona-Card abgewiesen).
Danach spazierten wir über einige Umwege wieder zurück zum Hotel, kamen an der Kathedrale vorbei - waren aber schon zu müde, um hinein zu gehen - tranken bei Starbucks noch einen Kaffee, und da Andy ohnehin den ganzen Tag schon Halsweh hatte, beendeten wir das Programm für den Tag.
Am zweiten Tag in Barcelona beschlossen wir, die Sagrada Familia zu besuchen. Schon von außen ist das Bauwerk gigantisch/verrückt! Doch als wir nach ca. 1 Stunde Wartezeit endlich das Kirchenschiff betreten durften, waren wir überwältigt. Wunderschön! Die Wartezeit hat sich gelohnt - auch wenn sich Andy dabei den Lendenwirbel verrenkt hat!
Wir hätten uns am Vortag übers Internet Eintrittskarten bestellen sollen - die Leute sind mit ihren Zetteln locker lässig an der elendslangen Warteschlange vorbeimarschiert, und konnten sofort rein!
Nach der Besichtigung fuhren wir per Metro (dank Barcelona-Card gratis! Immerhin!) zum Boqueria, wo wir uns am Vortag schon ordentlich Appetit geholt hatten, und nun endlich einige der unzähligen Köstlichkeiten probieren wollten.
Der Nachmittag war dafür reserviert, unsere Eintrittskarten für das Barcelona-Malaga Spiel am Samstag abzuholen. Der Abholpunkt war ganz in der Nähe des Triumphbogens, und wir schlenderten bei der Gelegenheit gleich durch den dazugehörigen Parc de la Ciutadella und die vielen engen Gassen des Barri Gótic. Auf einem kleinen Platz mit Blätterdach tranken wir noch einen guten Kaffee (für mich eigentlich das BESTE an Barcelona: die unzähligen kleinen hübschen Plätze, die zum Verweilen und Kaffee trinken einladen!), und dann gings zurück ins Hotel, wo wir auf der Dachterrasse mit Pool, und Blick über die Kathedrale bis hin zum Hafen, noch mit Ach und Krach einen der heiß begehrten Sitz/Liegeplätze ergattern konnten.
Zum Abendessen gab es, vom gegenüberliegenden Supermarkt, Käse und Trauben und frisches Baguette, womit wir das gesamte Bett vollbröselten.
Den Samstag wollten wir gemütlich (noch gemütlicher?!?) angehen lassen, da am Abend ja das Highlight der Reise - das Fußballspiel - auf uns wartete. So schlenderten wir zum Strand - spazierten dort etwas herum - tranken in einem Strandlokal ein kühles Getränk (bei 28 Grad durchaus verdient!), und begaben uns zum Mittagessen erneut zum Boqueria! Diesmal nahmen wir an einem der vielen kleinen Tische Platz, und aßen (die für mich bisher beste) Meeresfrüchte-Paella für 2 Personen.
Um 16 Uhr machten wir uns auf den Weg zum Stadion "Camp Nou" - und wir waren keineswegs die ersten! Vorm Stadion saßen und lagen schon überall Menschen relaxt auf Wiesen und unter Bäumen, und vor der Tiefgarageneinfahrt der "Fußballstars" herrschte reges Gedränge. Jeder Luxusschlitten wurde beklatscht, und Namen der Barcelona-Fußballer wurden gerufen. Um kurz nach 18 Uhr begann der Einlass, und wir nahmen unsere Plätze ein. Genial: wir saßen nur 3 Reihen hinter den Spieler-Ersatzbänken, beim Ab-/Aufgang aus den Kabinen, exakt an der Mittellinie! Auffallend war, dass der Frauen-/Kinderanteil unter den Zuschauern sicher bei 30% lag. Allein in unserer Reihe saßen 5 Kinder (die sich teilweise 1 Platz teilten, und ALLE Spieler beim Weg in die Kabine beim Namen riefen!). Außerdem war die Stimmung extrem angenehm und friedlich - und auch fair! So wurde auch bei guten Aktionen der Auswärtsmannschaft fleißig geklatscht, und Spielern der gegnerischen Mannschaft, die ausgewechselt wurden, durch Applaus, Respekt gezollt.
Vielleicht liegts ja daran, weil im gesamten Stadionbereich KEIN Alkohol ausgeschenkt wird?!
Das Camp Nou Stadion ist übrigens das drittgrößte Stadion der Welt! 110.000 Menschen finden darin Platz. Demensprechend beeindruckend ragen die Zuschauerreihen in die Höhe! Wer weit oben sitzt, sollte schwindelfrei sein. Barcelona siegte mit 4:1 und stellte somit den 100-Punkte-Rekord ein. Und das, obwohl Weltfußballer Messi verletztheitsbedingt ausfiel.
Im Anschluß ans Spiel fand noch eine feierliche Verabschiedung von Teamkollege Abidal statt, der die Mannschaft verließ.
Am Sonntag schliefen wir wieder lang - frühstückten gemütlich - checkten schon mal unsere Flüge ein - und fuhren mit der U-Bahn zum Placa d´Espanya.
Von dort aus wollten wir den botanischen Garten besuchen. Da es auch an diesem Tag relativ warm war, und wir sehr viel herumgingen, ohne etwas wirklich spannendes zu entdecken, beschlossen wir, langsam ins Hotel zurückzukehren.
Auf dem Heimweg machten wir wieder einmal auf einem kleinen Platz in der Nähe der Kathedrale Halt, und aßen köstliche Tappas zu Mittag. Danach verbrachten wir den Nachmittag ganz relaxt auf der Dachterrasse des Hotels.
Abends ließen wir uns ein letztes mal durch die engen Gassen des Barri Gótic treiben, aßen noch eine Kleinigkeit, und ließen somit unseren Kurzurlaub ausklingen.
In Österreich hatte es inzwischen massenhaft geregnet, und einige Teile des Landes standen unter Wasser. Zum Glück blieb der Süden weitgehend verschont, und so erwartete uns zwar kühles, trübes Wetter daheim, aber sonstige Katastrophen blieben uns Gott sei Dank erspart!
P.S.: Fotos folgen!