Montag, 4. Juni 2012
Södermalm
Entgegen der Vorankündigung, sind wir auch heute wieder nicht mit dem Boot in die Schärengärten gefahren, weil - man ahnt es schon - auch heute das Wetter wieder nicht mitspielen wollte.
Stattdessen machten wir uns zu Fuß auf den Weg in den Süden, nach Södermalm. Kaum dass wir unser Hotel verlassen hatten, fing es an zu regnen - das kennen wir schon. Zum Glück, war es diesmal nur ein kurzer Schauer, und so konnten wir den Monteliusvägen (Panoramaweg in Södermalm) mit tollem Blick auf die Stockholmer Altstadt in der Sonne entlangspazieren. Der Durst trieb uns zurück nach Gamla Stan, und wir nahmen gemütlich auf einer kleinen Terrasse am Järntorget Platz. Herrlich war´s, in der Sonne zu sitzen, und die vorbeiflanierenden Menschen zu beobachten - und wir beschlossen, den ganzen Nachmittag hier nicht mehr weg zu gehen! Leider hielt der Zauber nur eine viertel Stunde an - dann kamen die nächsten grauen Wolken, und es fing schon wieder(!) an zu nieseln. Völlig desillusioniert vom Stockholmer Wetter, blieben wir frustriert sitzen, und irgendwann hörte der Sprühregen von selber wieder auf. Gestern haben wir noch den Kopf geschüttelt, über die "verrückten" Schweden, die bei diesen Temperaturen draußen rumsitzen, und heute machten wir es genauso. Durchgefroren gingen wir schließlich ins Hotel, und als sich der Hunger meldete marschierten wir in die nahegelegene Saluhall- der Markthalle am Östermalmstorget. Während wir schlemmten, ging draußen der nächste Regenguss nieder - doch als wir raustraten, schien schon wieder die Sonne. Aprilwetter vom Feinsten.
Grade hatten wir auch noch Action im Hotel: der Feueralarm ging los. Ich raffte schnell unsere Wertgegenstände zusammen, und wollte das Zimmer verlassen (Andy war noch mit Schuh-anziehen beschäftigt), da waren am Gang schon Feuerwehrleute unterwegs und meinten, wir könnten im Zimmer bleiben. Auch recht.
Als Resümee zu unserem Stockholm Aufenthalt kann ich nur sagen: man kann hier eigentlich nichts falsch machen. Alles ist locker und unkompliziert. Die Leute sind höflich und unaufdringlich. Es ist überall extrem schön, sauber, viel grün, viel Wasser und es gibt jede Menge Sehenswertes zu entdecken. Die Lokale/Cafés sind durchwegs gemütlich, und die Palette reicht von stylisch bis originell - UND sei der Gehsteig noch so schmal - es stehen immer Tische draussen. Zusammengefasst, wirklich eine Stadt zum Verlieben, WENN ja wenn das Wetter nicht wär :-( Ich würde sehr gern wieder kommen, und das dazugehörige Land zu Stockholm kennenlernen, aber das wird dann sicher nur im Juli sein, wenn die leichte Chance besteht, dass die Temperaturen vielleicht über die 20° Marke kraxeln.
Sonntag, 3. Juni 2012
Zu Besuch beim Pleite - Schiff
Als wir heute in der Früh aufwachten regnete es zur allgemeinen Nicht - Überraschung noch immer.
Glücklicherweise hatten wir uns ja noch ein Museeum aufgehalten und so machten wir uns nach dem Frühstück auf den Weg ins Vasa - Museeum.
Die Vasa wurde 1628 erbaut und war damals mit 69 m länge und 53 m höhe das größte Kriegsschiff. Leider sank es bereits nach nur 1 km Fahrt aufgrund eines Konstruktionsfehlers im Hafen von Stockholm. Darum wird es von mir wenig respektvoll Pleite - Schiff genannt, denn wenn das keine Pleite war, was dann ?
Jedenfalls lag das Schiff dann etwa 333 Jahre in einer Tiefe von rund 30 Metern ehe es 1961 geborgen wurde.
Dann wurde das Schiff aufwändig restauriert und um das Schiff herum ein Gebäude, das heutige Vasa - Museeum gebaut.
Das Schiff besteht noch heute zu mehr als 85 % aus dem Originalholz von damals. Experten sagen das Schiff hätte nur um 30 cm breiter sein müssen und es wäre nicht gesunken.
Als wir aus dem Museeum rauskamen, regnete es......
Aber wir machten am Heimweg trotzdem einen Abstecher zum Kulinarik Festival " A taste of Stockholm" wo sich aber wegen der Nässe und Kälte recht wenig rührte.
Also gingen wir zum Verschnaufen ins Hotel und siehe da, nach einiger Zeit hörte es tatsächlich zu regnen auf!
Wir machten uns in Richtung Kungshallen auf weil man dort laut Reiseführer günstig essen kann. Weil es dort aber nur Fertiggerichte gab, beschlossen wir es nochmals mit dem Festival zu versuchen und genau da kam doch tatsächlich für etwa 5,2 Minuten die Sonne raus. Die Stände dort waren ausgesprochen international, von schwedischer über griechischer, mexikanischer, koreanischer bis zu Vietnamesischer Kost war alles vertreten. Wir versuchten sehr leckere Köttbullar (schwedisch), Dim Sum Tallik ( asiatisch) und Calamari fritti ( gibts überall ;-) ).
Dann sahen wir noch einem Kinder Gospell Chor zu ehe wir uns wieder auf ins Hotel machten. Kaum dort angekommen schüttete es schon wieder.
Was uns hier noch aufgefallen ist:
Es gibt kaum dicke Menschen hier.
Fußgängerampeln gibt es zwar, aber es kümmert sich niemand drum.
Die Leute sitzen auch bei nur 6 Grad begeistert im Schanigarten.
Auch Sonntags haben fast alle Geschäfte geöffnet.
In der Stadt ist auch Sonntags sehr sehr viel los.
Es gibt auch im Juni noch Hauben und Handschuhe zu kaufen und die wissen schon warum.
Samstag, 2. Juni 2012
Wie aus Pech ganz plötzlich Glück wurde
Eigentlich habe ich ja schon ein bisserl gehadert als ich meinen krankheitsbedingten Trainingsrückstand nicht mehr aufholen konnte und ein Marathonstart nicht sinnvoll möglich war.
Aber als ich heute in der Früh aus dem Fenster sah, konnte ich mein Glück heute nicht an den Start gehen zu können, gar nicht fassen. Es regnet mitlerweile schon mehr als 36 Stunden durchgehend, es hat 4 Grad und der Wind peitscht.
Wir machen ein gemütliches,ausgedehntes Frühstück ( von dem fantastischen Lachs können wir niemals genug bekommen)und beschließen heute des Königs Stadtresidenz zu besuchen. Am Weg dorthin überqueren wir mehrmals die Marathonstrecke wie wir an den Absperrgittern bemerken und als es uns zum x-ten Mal den Schirm umdreht, können wir uns nicht vorstellen, dass mehr als eine Hand voll Wahnsinniger den Lauf heute wirklich macht. In der Stadtresidenz schließen wir uns einer englischen Führung an aber es geht ja eh mehr ums sehen als ums verstehen.Die Räume die uns gezeigt werden sind ein bisserl heller als die im Schloss Drottningholm aber es ist auch hier alles ziemlich renovierungsbedürftig. Schloss Schönbrunn ist in einem viel besseren Zustand finde ich. Als wir wieder raus kommen ist gerade die Wachablöse, schon wieder Glück gehabt.
Dann gehen wir trotz Regen und Sturm mit steifen Fingern ( so Fingerkalt war mir bei uns den ganzen Winter nicht) in die sehr schöne Altstadt wo wir in einem Minicafe in einem alten Haus Schutz suchen. Obwohl ausser uns nur noch 2 Gäste da sind und das Cafe geschätze 10 - 15 Quadratmeter groß ist, ist natürlich Selbstbedienung, aber der grüne Tee ist warm und geschmackvoll und als wir wieder gehen ist die Bude rammelvoll. Beim Gang von der Residenz ins Cafe sind wir beim Nobel - Museeum vorbeigekommen und jetzt gehen wir hinein. Neben einigem aus dem Leben von Nobel wird viel über die bisherigen Nobelpreisträger gezeigt, unter anderem auch interessante Kurzfilme, uns fällt auf, dass von den ohnehin wenigen Frauen die meisten in der Kategorie Medizin gekürt wurden. Vom Museeum ging es dann ins Hotel wo wir bei der Marathonstrecke bei KM 30 vorbeikamen und die armen völlig durchnässten Läufer bewunderten und das waren deutlich mehr als eine Handvoll.
Im Hotel angekommen ging ich noch für 45 min. aufs Laufband und dann in die Sauna.
Übrigens: So wie am ersten Foto des heutigen Tages, fuhren hier schon einige Laster am Hotel vorbei. Da wird laute Musik gespielt und die Jugendlichen schreien und pfeiffen mit Trillerpfeiffen, Alkohol scheint auch im Spiel zu sein.
Wir sind noch nicht dahintergekommen was sich dahinter verbirgt, vermuten aber dass es mit dem Schulabschluss zusammenhängen dürfte.
Freitag, 1. Juni 2012
Selbstbedienung und Gummistiefel....
...sind die nächsten Besonderheiten die uns hier auffallen.
In sehr vielen Lokalen und Cafes ist hier Selbstbedienung, aber wenn man es weiß ist es ja nicht weiter schlimm, aber bis man das überreisst kann es halt ein bissl dauern.
Heute hat es sagenhafte 6 Grad und es regnet ohne Pause, was ja noch nicht so schlimm wäre, ginge nicht auch noch ein sehr böiger Wind. Die StockholmerInnen scheint das aber nicht weiter zu stören, die fahren trotzdem seelenruhig mit ihren Rädern und als wir die Startnummer abholen gingen, sahen wir sogar einen gemütlich im Park sitzen.
Ausserdem scheint die Schuhkollektion der Stockholmerin vorwiegend aus farblich hervorragend auf die Kleidung abgestimmten Gummistiefel zu bestehen. Wozu in den Schaufenstern kurze sommerliche Kleidung angeboten wird ist uns schleierhaft, derzeit läuft man hier noch mit Winterjacke und Mütze rum.
Mann bin ich froh, dass ein Marathonstart für mich kein Thema ist, morgen soll es nämlich noch ein bissl kälter sein und auch immer regnen, da kann man so einen Lauf ja gar nicht ohne Verkühlung überstehen.
Wir waren heute ausser auf der Marathonmesse, sehr viel in Einkaufszentren unterwegs, wenn wir Glück haben tut sich am Montag noch ein schöner Tag auf, den wir zum Besuch der Schärengärten nützen wollen. Bis Montag soll das Wetter aber trostlos bleiben.
Leider ist hier anscheinend nichteinmal die Sauna warm, gestern bin ich jedenfalls gleich wieder fluchend ausgezogen weil die hatte geschätzte 35 Grad, ich werde es aber heute nach dem Fitnessraum nochmals versuchen.
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