Sonntag, 11. April 2010

Schnorcheltour

Am Samstag war es endlich soweit! Um 9 Uhr 30 sollten wir beim Veranstalter Raggamuffins sein um unsere Flossen auszuwählen und die Tour zu bezahlen. Die Tagestour – bei der wir wie vom Veranstalter versprochen, die großen Fische sehen sollten – kostete 85 Belizedollars. ( etwa 36 Euro)
Dann konnten wir der Crew zusehen wie sie mit karibischer Gelassenheit das gesamte Equipment mittels Beiboot auf die 3 Segelschiffe brachten. Die Einteilung der Gruppen wurde von der britischen Chefin vorgenommen und ergab dass wir 3 auf das größte Schiff gehörten. Ein klerineres Schiff war ebenfalls für die Tagestour geplant und das andere machte nur eine Halbtagestour.
Für Caye Caulker Verhältnisse beinahe beängstigend pünktlich starteten wir um ca. 10 Uhr 30 unsere Tour. Kaum an Bord wurden wir von einem der drei Crewmitglieder sehr unterhaltsam in die Bordregeln eingewiesen und wir suchten uns ein Platzerl an Deck.
Nach etwa 60 min. Fahrt wurde erstmal der Anker geworfen und unser erster Schnorchelgang konnte beginnen. Wir sollten einfach von Bord gehen und uns nicht allzu weit vom Boot entfernen, die Crew würde mit einem Pfeifferl pfeiffen wenn wir wieder an Bord sollten. Voll Erwartung gingen wir ins Wasser aber bald war die Enttäuschung ziemlich groß denn wir sahen nur sehr wenige und durchwegs kleine Fische. Nur Irene wusste von einem etwa 1,5 Meter großen Hai zu berichten den sonst aber niemand sah. Wir waren skeptisch und ich ging als Erster wieder an Bord.
Dann ging es etwa 60 Minuten weiter zur nächsten Schnorchelstelle und dort war dann alles völlig anders. Wir befanden uns in einem Wasserrschutzgebiet wo fischen strengstens verboten war und wo ein Naturwächter mit dem Boot Wache hielt. Wir wurden in zwei Gruppen eingeteilt und unser Guide war unser Käptn dem wir auf den Flossen folgten. Sofort war uns klar dass hier vieles auf uns wartete denn von Beginn an begleiteten uns unzählige bis zu 50 cm große Fische gerade soweit Abstand haltend dass wir sie nicht berühren konnten. Unser Guide zeigte mit klatschen unter Wasser an dass er uns etwas zeigen wolle und tauchte dann zum Objekt hin und zeigte darauf. Danach tauchten wir alle auf und er erklärte uns wie dieser Fisch oder diese Koralle heißt. Wir kamen uns vor wie in einem riesigen Aquarium mit Badewannentemperatur. Es gab tausende kleine und große bunte Fische zu sehen und wunderschöne bizarre Korallen. Rochen mit mehr als einem Meter Spannweite tauchten unter uns durch und einer großen Meeresschildkröte durften wir uns vorsichtig bis auf wenige Meter nähern. Zuletzt meinte unser Guide er wolle uns noch ein Tier zeigen und er tauchte eine leere Musche lvom Grund in die er einen im Hosensack versteckten toten Fisch steckte.Wir dachten schon er wolle uns verarschen doch als er die Muschel mit Fisch am Grund vor einer kleinen Höhle absetzte, kam aus dieser eine mindestens 1,5Meter lange Muräne und holte sich den Fisch! Wir waren begeistert und wollten gar nicht mehr an Bord, mussten aber leider unserem Käptn nachfolgen.
An Bord gab es dann Fischburgers während wir zu unserem dritten und letzten Schnorchelplatz fuhren.
Schon als sich ein Crewmitglied ans Ankern machte rief er Shark ! Shark !! Wir blickten skeptisch ins Wasser und tatsächlich tauchte ein brauner etwa 1,5 – 2 Meter langer Fisch auf ! Jemand von der Crew warf mitgebrachte kleine Fische ins Wasser und plötzlich begann das Meer zu kochen! Mehrere Haie, einige Rochen und viele andere, gar nicht kleine Fische schnappten nach den Leckereien. Uns wurde ganz mulmig als uns klar wurde dass wir hier schnorcheln sollten. Als die Crew unsere Ängste bemerkte sprang einer kurzerhand mit Rückwertssalto ins Meer und grinste über beide Ohren.
Das war mein Startzeichen und sofort sprang ich, nach meinem Schnorchel greifend hinterher.Ich traute meinen Augen nicht als der Bursche mit einem Hai in den Armen auf mich zuschwamm und ich dem Hai den ledrigen Bauch streicheln durfte. Dann fing er einen Rochen ab und gab ihn uns der Reiche nach in die Arme. Wir schwammen dann noch etwa 45 Minuten mit den Haien, Rochen und anderen Fischen herum und konnten gar nicht genug bekommen.
Bei der Heimfahrt wurde dann zu Reagaemusik Shrimps,Früchte und Rumpunsch serviert und uns gingen wohl allen die soeben gewonnenen Eindrücke durch den Kopf.
Für mich war das ganz bestimmt eines meiner allergrößten Erlebnisse meines Lebens!

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