Mittwoch, 21. April 2010

Von Mexico-City auf die Isla Mujeres

Den ersten Kracher hatten wir bereits am Flughafen von Mexico-City, als der Taxler die gesamte Rückbank ausbauen musste, um unsere Rucksäcke zu bergen (da er den Kofferraumdeckel nicht aufbekam!). Weiter ging es bei der Gepäckskontrolle, wo Petra (inkl. Drogentest) genauestens gefilzt wurde - während ICH unbehelligt passieren durfte.
Flug und Weitertransport auf die Insel verliefen ganz nach Plan, aber dann ging es schon wieder los: von Chris´s Beschreibung neugierig inspiriert, gingen wir geradewegs durchs Dorf, um die von ihm beschriebenen, einfachen Unterkünfte im kubanischen Hippie-Stil zu inspizieren. Doch da war nix! Nichts außer einigen völlig demolierten Gebäuden und kleinen baufälligen Häusln. Von zu vermietenden Zimmern keine Spur, und Strand gab es schon gar keinen. Einige Hotels weiter links sahen wir zwar, aber die wollten wir nicht - NOCH nicht! Auf dem Weg zurück zur Anlegestelle der Fähre sahen wir eine relativ stark frequentierte Straße, auf der Touristen mit Golfwägen fuhren. Also beschlossen wir, auch in diese Richtung zu gehen. Wir gingen einen km...wir gingen zweikm...wir gingen drei km....aber von Hotel oder Zimmern keine Spur. Also hielten wir einen Taxler auf, der zuerst etwas ratlos wirkte, aber dann meinte, er würde uns für 20Pesos zu einer Unterkunft bringen. Also quetschten wir uns zu zwei Fahrgästen dazu, und nachdem wir die abgeliefert hatten, hielt er vor einem Hotel. Petra machte eine kurze Inspektion der Location, und befand, dass 100Dollar zu teuer wären. Also ging es weiter, wobei der Taxler sich vorsichtig erkundigte, wo unser Limit sei? Wir nannten zuversichtlich 50Dollar, woraufhin er meinte, er wüsste ein Quartier für 25Dollar. Beim nächsten Stopp gingen Petra und ich durch ein Tor, in eine völlig verlassene Anlage. Wir riefen und pfiffen und gingen die ganze Anlage ab, doch kein Mensch war zu sehen. Also verließen wir die Anlage, woraufhin der Taxler sein Glück probierte. Er rief und pfiff - und endlich tauchte ein etwas verschlafener junger Mann auf. Er bot uns Zimmer in verschiedenen Preisklassen, und schlußendlich entschieden wir uns für einen einstöckigen (Art-)Bungalow mit 2 Schlafzimmern, 3 Badezimmern, einer Küche, einem Wohnzimmer (inkl. Kabel TV) einem großen Balkon und einer Dachterrasse. Alles riecht ein bisserl muffig, und ist ziemlich abgewohnt - aber dafür haben wir den Pool vor der Nase, und das Meer ist direkt im Anschluss. Kostenpunkt: 1000 Pesos pro Nacht (=60€). Wir sind die einzigen Gäste, und im Umkreis von ca 2km befindet sich nichts, was geöffnet wäre, und wo wir Abendessen konnten. Also liehen wir uns von Joe (dem einzigen Menschen auf der Anlage - der uns die Zimmer zeigte) das Auto, und fuhren damit Down-Town. Nachdem wir ein bisserl in der ausgestorbenen Gegend herumgefahren sind, aßen wir beim Hafen ausgezeichnete Lobsterspieße (ich) und Lobster mit Fettuccini (Petra). Im Lokal befand sich eine besoffene Frauenrunde, von denen mir ein mindestens 100kg Bröckerl auf den Rücken drosch, und mir ins Ohr raunte, dass sie aus Chichago sei. Petra fiel vor lachen fast vom Sessel, während mir das Gesicht einschlief.
Man sollte es nicht glauben, aber wir fanden tatsächlich wieder zu unserer einsamen Behausung zurück, und ich habe keinen einzigen, der zahlreichen Tumulos (Straßenschwellen) übersehen!

Tag 2:
Heute sind wir bei strahlendem Sonnenschein erwacht, und schon ein bisserl am Strand gelegen. Wobei allmählich immer mehr Leute auftauchten. Wir haben dann erfahren, dass der Besitzer der Anlage im Dezember verstarb, und Joe - dessen Neffe - es nun verwaltet. Außerdem arbeitet hier Sergio, der den Laden pflegt. Zusätzlich ist ein amerikanisches Pärchen (das hier auf der Insel, im Haus eines Schweizers lebt) aufgetaucht, um Sergio tatkräftig zu unterstützen. Sie haben uns Kaffee gekocht, und ein paar andere Leute in die Strandbar gelockt.
Wir überlegen derzeit noch, ob wir unseren Aufenthalt hier verlängern sollen, oder uns doch lieber etwas in Hafen/Zentrumsnähe suchen sollen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen