Donnerstag, 2. Januar 2014

Can Tho - die schwimmenden Märkte

Pünktlich um 5:15 heute Morgen, wurden wir wieder von Hoan abgeholt (dem gleichen entzückenden Mädchen, wie bei der gestrigen Bootstour). Gut gelaunt, mit ihrer Quietsch-entenstimme, besorgte sie uns erst einmal 2 Milchkaffee, die wir gemütlich auf dem Boot, zum Munterwerden, schlürften. Zu unserem Erstaunen, herrschte bereits Hochbetrieb in den Gassen, und auf dem Fluss! Auch einige Touristenboote tasteten sich bereits - gleich wie wir - durch die Dunkelheit, in Richtung des schwimmenden Marktes Cai Rang. Wir hatten uns extra einen Pullover drüber gezogen, da Hoan uns gestern vor der schrecklichen Kälte warnte, die morgens auf dem Fluss herrschen sollte. Naja...20 Grad ist nicht unbedingt das, was wir uns unter "Kälte" vorstellen,jedoch Hoan fröstelte fast den ganzen Vormittag vor sich hin - trotz Pullover und langer Hose. Mit ihr hatten wir sowieso den allergrößten Spass, da sie sehr gesprächig war, und immer einen guten Schmäh auf den Lippen hatte. Besonders für Andy hatte sie allerhand Tipps auf Lager, wie er es zu einem reichen Mann schaffen könnte. Die Ideen reichten von gemieteter Fischzucht bis hin zum professionellen Melonenverkäufer in Österreich.
Um ca. 6 Uhr erreichten wir den schwimmenden (Groß-)Markt. Hier werden Obst und Gemüse nur in großen Mengen, zu kleinen Preisen abgegeben (ab 50kg). Die Markthändler verweilen jeweils mehrere Tage an Ort und Stelle, bis sie die Ware verkauft haben, und holen dann bei den umliegenden Bauern wieder Nachschub. Der Markt hat täglich von 5Uhr bis 17Uhr geöffnet, und es befinden sich ca. 100 Boot dort. Nur zum Tet-Fest bleibt der Markt für 1 Woche "geschlossen". Wer hier einkauft, bringt die Ware wiederum zu einem kleineren Markt, bei dem die Preise pro Kilo steigen, jedoch schon Mengen ab 10 kg weiterverkauft werden. Die hier gekauften Waren, werden wiederum in den kleinen Dörfern der Umgebung angepriesen - dann erhält man die normale Haushaltsmenge ab 0,5kg.
Nach dem großen Markt machten wir einen kurzen Stop bei einer Glasnudel-"Fabrik" und im Anschluss besuchten wir den sehr stimmungsvollen kleinen schwimmenden Markt Phong Dien. Mit dem Boot wurden wir mitten ins Gewühl manövriert, und konnten in aller Ruhe die angebotenen Waren begutachten (verschiedenstes Obst und Gemüse, gekochte Speisen, und auch einen schwimmenden Supermarkt - mit Artikel für den täglichen Gebrauch - gab es).
Danach bogen wir mit dem Boot in die richtig kleinen Kanäle ein, in die kein Ausflugsschiff mehr hineinkommt. Nach einem kurzen Landspaziergang, bei dem uns Hoan wieder einiges über das Leben in Vietnam, die Leute, und sich (!) erzählte, machten wir bei einem Gartenrestaurant Pause, welches auch Homestay-Aufenthalte anbieten würde. Wir aßen dort einen superleckeren Fisch-Hotpot, wofür der Fisch, extra für uns, frisch aus dem Teich gefischt wurde. Die Nachhausefahrt mit dem Boot dauerte nochmal ca. 1 Stunde, und um kurz vor 12 Uhr kamen wir wieder bei uns im Hotel an.
Schon während des Ausfluges hat Hoan die morgige Weiterfahrt mit dem Bus für uns geregelt, und somit müssen wir heute Nachmittag nur noch die Tickets für die Fähre von Rach Gia nach Phu Quoc besorgen.

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