Heute (Karfreitag) sind wir alle gesund und unbeschadet aus der Moskitia heimgekehrt – aber: wir sind mit Insektenstichen übersäht (obwohl Andy und ich eine ganze Dose Insektenspray versprüht haben!). Die „Moskitia“ hat ihrem Namen also alle Ehre gemacht.
Aber der Reihe nach:
Die Anreise
Am Samstag, den 20.März, fuhren wir morgens gemeinsam mit Wilfried, Irene und Robert (einem Lehrerkollegen Wilfrieds) über die honduranische Grenze nach Copàn. Am Nachmittag besuchten wir die dortige Maya-Ausgrabungsstätte, und im Anschluss gabs Abendessen bei Kerzenschein (nicht wegen der Romantik, sondern wegen der Stromkabelknäuel, die über den Dächern der Stadt für regelmäßigen Kurzschluss sorgen).
Am nächsten Morgen ging es weiter nach Tela – ans Meer. Andy und ich stürzten uns sofort in die Fluten, und blickten schon voll Vorfreude auf den nächsten Tag, den wir ausgiebig am Strand verbringen wollten. Doch daraus wurde nichts, denn in der Nacht zog ein ziemlich heftiger Sturm auf, und morgens bot sich uns, vom Hotelzimmer im 2. Stock, ein spektakuläres Schauspiel aus peitschenden Palmen und wildem Meer.
Gegen Mittag beruhigte sich das Wetter, und wir statteten dem botanischen Garten einen Besuch ab. Danach gings auf holpriger Piste nach Miami (nicht dem in Florida!). Dort befindet sich auf einem schmalen Sandstreifen, zwischen Lagune und Meer, ein Garífuna- Dorf (die Schwarzen werden hier so bezeichnet). Mit etwas mulmigem Gefühl begab ich mich dort hin, denn als Wilfried zuvor einen Taxifahrer nach dem genauen Weg fragte, wollte der ganz ungläubig wissen, ob wir wirklich dort hin wollten, und was wir dort vor hätten? Urgs….ich erwartete daraufhin eine ärmliche Slum-Siedlung, in der wir zur Begrüßung erst mal unser Bargeld abzugeben hätten. Umso überraschter war ich dann, von dem wunderschönen, idyllischen Fleckchen Erde, auf dem die Garìfunas in kleinen Hütten, unter Palmen leben. Paradiesisch! Noch – denn wo es am Schönsten ist, da lässt sich gut bauen – in diesem Fall soll in der Nähe ein Golfplatz entstehen.
Am Dienstag fuhren wir weiter nach La Ceiba. Dort quartierten wir uns im Hotel „Art deco beach“ ein - einem riesig-protzigen Gebäude, bei dem in der Bauphase offensichtlich das Geld ausgegangen ist, und deshalb vieles im Pfusch (bzw. gar nicht) fertig gestellt wurde. Sehr lustig. Am Nachmittag besuchten wir das Schmetterlingsmuseum von Mr. Lehman (einem Amerikaner, der in Honduras lebt ((untergetaucht ist? Lehman Brothers…?)). Mr. Lehman führte uns mit Leidenschaft durch sein Reich, und es gab nicht nur Schmetterlinge aus der ganzen Welt zu bestaunen, sondern auch eine lebende Tarantel, die ich mir todesmutig auf die Pfote setzen ließ.
Der Mittwoch war vormittgas für die letzten Erledigungen wegen des bevorstehenden Regenwaldtrips verplant, und nachmittags gingen Andy und ich wieder ans Meer zum Schwimmen. Die Wellen waren sehr hoch, und deshalb begnügte ich mich damit, ein bisschen am Rand entlang zu tümpeln. Bis zu dem verhängnissvollen Moment, in dem Andy mich überredete, mit ihm weiter hinaus zu schwimmen. Es dauerte keine Minute, und schon riss mich eine „Mega-Riesenwelle“ (subjektiv betrachtet) unter Wasser. Nach ein paar kräftigen Schluck Meerwasser, erfing ich mich einigermaßen – sah aber schon die nächsten Wellen anrollen. In meiner Panik rief ich Andy um Hilfe an – der hatte aber einen Lachkrampf, und meinte, ich hätte eh schon längst wieder Boden unter den Füßen! Mir fiel ein Stein vom Herzen – doch an diesem Tag bekam mich nichts und niemand mehr ins Meer.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen