Samstag, 28. Dezember 2013

Fahrt ins Übel

Vomm Ablauf her klappte es gestern ja ganz gut. Das Taxi in der Früh war pünktlich, der Zug hatte die auch in Österreich nicht unübliche Stunde Verspätung und unsere Plätze waren tatsächlich frei. Aber damit ist das Positive auch schon aufgezählt ;-).
Als wir unsere Plätze einnahmen viel uns schon auf, dass im Wagon sehr muffige, stickige Luft war, das legte sich allerdings wieder etwas als der Zug anfuhr und die Klimaanlage lief. Im Wagon waren etwa 50 - 60 Personen, drei Viertel Asiaten, ein Viertel Touristen würde ich sagen. Vor allem die Asiaten fühlten sich im Zug sichtlich daheim, der Sitz davor wurde bis auf Anschlag zurückgeneigt, vom Hintermann tauchten die Füße in Kopfhöhe auf, Mahlzeiten wurden eingenommen usw.
Als dann auch noch der Bordfernseher anging und wir stundenlang in maximaler Lautstärke mit Werbung für Knoblauchkapseln, Milch, Omo, Joghurt und ALPENLIEBE - Schokolade (!!)beschossen wurden - ja ok zwischendurch liefen auch Filme-,kam bei uns echte Gaudistimmung auf. Nichts desto Trotz kamen wir gesund und mehr oder weniger munter nach gut 9 Stunden um kurz nach 21 Uhr in Nha Trang an. Ein Taxi war gleich gefunden, der Fahrer fand unser Hotel nicht gleich, aber es lief ganz gut. Als wir unser Hotel betraten wurde es jedoch immer lustiger, der Bau ist funkelnagelneu und wird von einer Bank betrieben, wir vermuten, dass es eigentlich ein Bankgebäude werden sollte denn es hat den Charme eines DDR Plattenbaus.Die Eingangstüre ins Zimmer hat ein Rauchglasfenster durch das die ganze Nacht das Ganglicht ins Zimmer scheint, es gibt zwei Aufzüge deren Ankunftssignal dauernd lautstark durch das gesamte Hotel schallt, in der Früh wird um 7 Uhr am Gang Musik eingeschaltet und der Frühstücksraum im 12.Stock gleicht einem Seminarraum. Aber das Personal ist freundlich und hilfsbereit wie überall bisher und der Preis ist mit 40 Euro pro Nacht fürs Zimmer ok.
Nha Trang selbst ist eine Katastrophe, es wimmelt von riesigen Bettenburgen und ebenso riesige werden gerade gebaut. Der Ort ist bei Russen sehr beliebt und es sind auch jetzt sehr viele da, in Geschäften und Lokalen ist auch alles auf russisch angeschrieben. Eigentlich ist es hier nur laut, schmutzig und lieblos, nach dem verspielten, beschaulichen Hoi An ein richtiger Kontrast. Wir sind ja auch nur hier gelandet weil der Weg von Da Nang bzw. Hoi An nach Mui Ne auf einmal eine Reise von echt ungemütlicher Länge gewesen wäre und darum machen wir hier Zwischenstation. Wenigstens haben wir nach langem suchen doch noch ein recht schönes Lokal am Meer gefunden und gut gegessen, aber morgen um 7:45 hauen wir hier ohne Wehmut ab in Richtung Mui Ne wo wir nach etwa 5 Std. Busfahrt einlangen werden.
In Mui Ne wollen wir uns vor Ort ein Hotel suchen weil wir diese zwei Tage am Meer genießen möchten.

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